Dienstag, 2. April 2013

Noch einmal Eis und Schnee

Der Winter ist nach Deutschland zurückgekehrt und bleibt scheinbar noch etwas. Wir konnten in einigen Regionen Deutschlands zu Ostern dadurch eher Weihnachtsgefühle aufkommen lassen. Es liegt sogar in Hamburg immer noch Schnee im Stadtpark (wenn auch mittlerweile nur noch letzte Reste).

Wenn ich mich an meine Kindheit erinnere, war Schnee im März allerdings auch keine Seltenheit. Das war allerdings auch im Westerwald und da ist das Schneeaufkommen sowieso deutlich höher als im Flachland-Norden. Vermutlich liegt meine leicht schräge Wahrnehmung, was den erneuten Wintereinbruch angeht, dieses Jahr auch eher an einem recht frühen Osterfest. Trotz allem war ich scheinbar einer der Leute, die sich über den Neuschnee im März nicht so sehr geärgert haben. Was aber daran liegt, dass ich eher zu den Menschen gehöre, die Schnee in Kombination mit frischer Luft, blauem Himmel und Sonne lieben. Zum Glück war genau das für mich in den vergangenen Wochen überwiegend der Fall.

Winterstimmung am Bocksberg

Ich hab mich durch den vielen Schnee vor Ostern dazu anregen lassen, spontan mal wieder zwei Bretter unter die Füsse zu schnallen. Etwas, das ich schon seit Jahren nicht mehr gemacht habe (warum auch immer). Allerdings gibt es in der Nähe von Hamburg auch keine wirklich befriedigende Lösung, um mal eben mit Skiern einen Hang herunter zu fahren.

Allerdings liegt in den deutschen Mittelgebirgen derzeit auf einigen Bergen und Hügeln noch genug Schnee für die ein oder andere Abfahrt. Für einen Wiedereinstieg auf Skiern schien mir das von Hamburg aus nächstgelegenen Skigebiet im Harz also eine gute Wahl zu sein. Zugegeben, der Harz ist nicht wirklich mit den Alpen zu vergleichen und alpines Feeling kommt nur kurzzeitig und im Ansatz auf, aber dafür muss man von Hamburg auch nur knapp zwei bis drei Stunden bis zu den Gondeln fahren, die einen auf den Berg bringen. Besser als jeder Snowdome oder sonstiges Indoor Schneevergnügen ist Skifahren unter offenem Himmel allemal.

Stabkirche Hahnenklee

Ein netter Nebeneffekt der spontanen Reisen in den Harz waren die vielen kleinen Neuentdeckungen in der (oberen) Mitte Deutschlands. Hier ticken die Uhren einfach etwas langsamer als im weltstädtischen Hamburg. Und es war mal wieder besonders schön, kilometerweit überwiegend Bäume, Hügel und Berge wahrnehmen zu können.


Blick vom Bocksberg


Allerdings hab ich mir auch schnell die Frage gestellt, warum ich die Tour in den Harz nicht schon längst mal gemacht habe. Wobei diese Frage dann auch recht schnell beantwortet war: Das Anreisen ohne PKW ist extrem umständlich. Viele besuchenswerte Orte haben keinen Bahnhof und selbst die Busverbindungen sind nichts für verwöhnte Stadtmenschen. Somit gilt für Reisen in den Harz leider, ähnlich wie für Reisen durch viele andere Regionen der Welt, dass man ohne eigenes Auto oder Leihwagen doch recht eingeschränkt ist oder wenig Gepäck und viel Zeit für die Reise mitbringen sollte. Für ein Reisen mit Skiausrüstung also keine optimale Option.

Neuschnee auf dem Wurmberg

Freie Fahrt am Sonnenberg


In diesem Fall war ich mal wieder sehr dankbar für den kleinen Silbernen, den ich derzeit nutzen kann. Ohne den wäre das Schneevergnügen nicht so spontan und unkompliziert möglich gewesen. Außerdem hätte ich auch nicht gleich ein paar unterschiedliche Hänge ausprobieren können (Bocksberg, Wurmberg, Sonnenberg), die ich alle für einen Skitag für Familien, Anfänger und Wiedereinsteiger durchaus empfehlen kann. Wer im Harz allerdings richtiges Alpin-Feeling sucht, der wird vermutlich enttäuscht – dafür muss man doch ins Hochgebirge.

Wenn irgendwann der Sommer 2013 kommt, werde ich vermutlich dem Harz eine erneuten Besuch abstatten. Dann aber zum Wandern oder für eine Entdeckungstour rund um den Brocken mit dem Mountain-Bike. Mal sehen, ob mit weniger Gepäck auch ein alternatives An- und Umherreisen möglich ist oder wieder der kleinen Silberne mit muss.